W. A. Mozart - P. Lichtenthal und M. Bruckner

StringFizz spielt Bearbeitungen: Sinfonie in g-moll KV 550 von Peter Lichtenthal und das Klarinettenkonzert von Marianne Bruckner. Die CD ist im Ö1 Shop erhältlich.


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Die g-moll Sinfonie

gehört wohl zu Mozarts “populärsten” Symphonien. Seit die Verwendung von klassischer Musik als Handyklingelton “in” ist, kann wirklich fast jeder die ersten paar Takte mitsingen…

Mozart schrieb seine letzten drei Symphonien im Sommer 1788 in der unfassbar kurzen Zeit von etwa acht Wochen. Von den 40 Symphonien stehen nur zwei in “moll”, und zwar beide in g-moll. Die Tonart g-moll berührt uns eigenartig. Mozart verwendet sie in Opernarien häufig, um Schmerz, Resignation und Trauer auszudrücken, etwa in den Opern Idomeneo in der Arie “Padre, germani, addio”, in der Entführung aus dem Serail (“Traurigkeit ward mir zum Lose”) oder in der Zauberflöte (“Ach ich fühl’s, es ist verschwunden”). Daraus auf eine depressive Grundstimmung Mozarts zu schließen, verbietet die zeitliche Nähe zu den beiden anderen Symphonien, die in jenem Sommer entstanden sind.

Wie Nikolaus Harnoncourt in seiner Festrede zur Eröffnung des Mozartjahres 2006 bemerkt, ist sie vielleicht als Herzstück einer Trilogie zu verstehenb, die “…offenbar eine Art Weg des Menschen zu einem Ziel darstellt. Ausgerechnet von der Sinfonie in Es-Dur, dem ‘Ton der Liebe’, aber auch des ‘feierlichen Ernstes’, führt Mozart uns in die Abgründe der alles in Frage stellenden g-moll Sinfonie, um danach im strahlenden C-Dur der Jupitersymphonie alles glücklich aufzulösen und den zuvor verstörten Hörer in Harmonie zu entlassen.”

Aber alle Versuche, Musikempfinden in Worten auszudrücken, müssen am subjektiven Empfinden des Hörers scheitern.

Gerade die g-moll Sinfonie hat in den Zuhörern immer schon sehr unterschiedliche Gefühle hervorgerufen. So empfanden die einen sie als “finster und wild”, die anderen hören “Lust und Leben” und Robert Schumann siehr in ihr ein Zeugnis “griechisch-heiterer Grazie”.
Der Hörer ist eingeladen, sich auf eine Reise in sein eigenes Inneres zu begeben, die Bearbeitung von Peter Lichtenthal hilft vielleicht dabei, Hörgewohnheiten zu durchbrechen und Neues zu entdecken.

Stringfizz

Das Klarinettenkonzert KV 622

ist Mozarts vorletztes vollendetes Werk, er komponierte es in seinem Todesjahr 1791 für seinen Freund, den hervorragenden Klarinettisten Anton Stadler.

Es ist ein Werk von unauslotbarer Tiefe und Größe, neue Ausblicke und Dimensionen eröffnend – und dennoch oft sparsam und subtil instrumentiert. So wird die Klarinette etwa im ersten Satz für die Länge von drei Takten nur von der ersten Violine begleitet. Aber der dritte Satz ist über weite Strecken eher kammermusikalisch dimensioniert.

Die vorliegende Bearbeitung für Klarinette und Streichquartett entstand im Sinne der zu Mozarts Zeit üblichen “Harmoniemusiken”, die die Möglichkeit boten und bieten, größere Werke öfter aufzuführen und stellt eine interessante Alternative zu der etwas spröden und leblosen Klavierfassung dar.

Thomas Nothbauer